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*** Teil II - Präventivmaßnahmen ***
Nun will man sich auch möglichst schützen und vorbereitet sein, wenn man mal
überraschend Besuch bekommt.
Die Polizei ist natürlich an den Computern interessiert wegen der Daten und
Programme, die sich darauf befinden. Daher sollte eine Partition der
Festplatte verschlüsselt werden und auf ihr alles gespeichert werden, was du
für privat, verboten oder wichtig hältst. Empfehlenswert sind SFS 1.17 und
Secure Drive 1.4a, beide frei erhältliche Softwarelösungen. Sie arbeiten
transparent unter DOS und Windows, unter Win95 allerdings nur im DOS Modus.
Schaue einfach im Internet danach, z.B. ftp.informatik.uni-hamburg.de. Für
Unix gibt es z.B. CFS (Cryptographic File System), was sehr zu empfehlen
ist. Wenn du solche Software benutzt - mach' sie nicht als solche kenntlich!
Du darfst nicht in Beugehaft genommen werden, damit du das Paßwort
herausgibst, doch die Computer werden nicht herausgegeben, wenn erkannt
wird, daß verschlüsselt wurde. Daher die Treiber als Maus- oder
CD-ROM-Treiber tarnen, sowie keine auto-mounts oder login benutzen beim
Starten des Rechners. Wer nicht so viele Daten hat oder sie zu selten
benutzt, als daß er eine Partition verschlüsseln will, oder ein
Betriebssystem benutzt, das von keiner Crypt-Software unterstützt wird, kann
auch einen Filecrypter verwenden. Egal welches Cryptprogramm benutzt wird,
es sollten TripleDES, IDEA oder Blowfish32 als Cryptalgorithmen benutzt
werden; alles andere ist zu leicht zu knacken. Außerdem sollte am besten
*kein* kommerzielles Programm benutzt werden, besonders nicht, wenn es aus
den USA kommt, da solche generell Backdoors haben und/oder die
Schlüssellänge soweit heruntergesetzt wurde, daß ein Entschlüsseln innerhalb
kurzer Zeit möglich ist. Freeware oder eigene geschriebene Programme, die
einfach Funktionsaufrufe aus Crypt-Bibliotheken benutzen, sind völlig
ausreichend. Mit PGP kann man übrigens auch sehr sicher Dateien
verschlüsseln.
Polizeibeamte interessieren sich besonders für allerlei Notizen -
Telefonnummern, Accounts, Frequenzen ... alles was man sich gerne mal
schnell notiert. Unbedingt nach jeder Session solche Zettel VERNICHTEN! Am
besten solche erst gar nicht schreiben - es ist eine sehr gute Angewohnheit,
wenn man alles in ein Notes-file auf der Crypt-Partition schreibt, statt auf
Papier. Insbesondere sollte man NIE, wirklich nie Telefonnummern oder Namen
notieren - dies führt sonst zu weiteren Durchsuchungen bei den betroffenen
Personen. Der Mülleimer ist das erste, was sich die Beamten ansehen bei
einer Hausdurchsuchung! Ähnliche Gefahr kann von auf Schnellwahltasten
gespeicherten Telefonnummern ausgehen. Je weniger verdächtiges Papierzeug du
rumfliegen hast im Zimmer, desto besser für dich.
Wichtige Kommunikation, z.B. emails, immer mit PGP verschlüsseln. Trotz
dummer Gerüchte ist es nicht bis in die nächsten Jahre knackbar. Wichtig,
daß du eine genug lange und zufällige Zeichenkette als Paßphrase hast. Wer
wichtige Gespräche machen will, kann PGP-Phone oder Nautilus dafür
verwenden, jedoch ein Pentium mit 14.4 Modem und moderner Soundblaster ist
hierfür nötig.
Oft werden Daten zwischengespeichert, gelöscht oder temporäre Dateien
angelegt. Wie bekannt, lassen sie sich leicht wiederherstellen, z.B. mit
Undelete oder mit Diskeditoren. Inzwischen ist die Technik sogar soweit, daß
nach 20-fachem Überschreiben einer Datei immer noch ein Großteil der Daten
wiederhergestellt werden kann! Daher 1. Möglichkeit, falls nicht auf
Crypt-Medien zwischengespeichert wird, temporäre Daten auf Ramdisks legen,
also immer TMP und TEMP darauf setzen, oder 2. Möglichkeit, sicheres
Überschreiben der Daten nach bestimmten Algorithmen. Aufgrund dieser
"Sicherheitslücke" wird es demnächst ein THC Release geben, das ein
überschreibendes Löschen anbietet, und, Forschungsblättern zufolge, es unter
Verwendung besonderer Löschalgorithmen, so gut wie unmöglich macht, die
Daten zu restaurieren. Wer Windows benutzt, sollte auch auf die (permanente)
Auslagerungsdatei aufpassen; am besten sie auf die Crypt-Partition legen.
Unix Benutzer sollten die Swappartition und das /tmp & /usr/tmp Verzeichnis
nicht vergessen. Wie du dich schützt, hängt im allgemeinen davon ab, wie
wichtig du und deine gesammelten Daten sind. Wenn sie wichtig genug sind,
dann kannst du davon ausgehen, das der Staat/Geheimdienst keine Kosten
scheuen wird, um an sie mit allen verfügbaren technischen Mitteln
ranzukommen.
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